Zahlungsmöglichkeiten im Onlineshop – Was Kunden wirklich wollen

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Mit punktegenauen Werbekampagnen wurde der Kunde auf den Onlineshop geführt, alle Marketingkanäle sind bis ins Letzte optimiert, die Marketingbudgets optimal allokiert, die Ware im Warenkorb und dann … der Absprung. Kurz vorm Ziel hat der Kunde keine passende Zahlungsmöglichkeit gefunden, die die Konversion verhindert und der potentielle (Neu)Kunde ist verloren. Doch wie sicher sind die Bezahlssysteme? Und welche Bezahlmethode sollte man für seinen Shops und somit für seine Besucher/Kunden anbieten?

Welche Zahlungsmethoden werden in Onlineshops genutzt?

Je nach Zielgruppe und Umfrage, hinsichtlich der Wahl nach der richtigen Zahlungsmethode, unterscheidet sich das erhobene Ranking. Dennoch liefern sich in vielen Erhebungen PayPal und der Kauf auf Rechnung ein Kopf an Kopf Rennen. Mit leichtem Abstand folgt in den meisten Umfragen der Kauf per Lastschrift.

Beliebte Zahlungsmöglichkeiten in Onlineshops.

Beliebte Zahlungsmöglichkeiten in Onlineshops.

Die Top-3 sorgen damit für knapp 70 % der eingesetzten Zahlungsarten bei Onlineshops. Weitere 20% kommen durch den Kauf per Kreditkarte und Amazon Payments hinzu. Aus Kundensicht weniger interessant und beliebt sind die Bezahlung per Vorkasse und die Sofortüberweisung. (Quelle: ECC, u.a.) Weitere Umfragen weisen bis zu 45% beim Rechnungskauf aus, gefolgt von Kreditkarte, PayPal und Lastschrift. Die Kategorisierung ist bei allen Umfragen nicht 100% trennscharf. Doch auch wenn in Umfragen Anbieter und Bezahlsystem oft vermischt werden (PayPal und Amazon sind Zahlungsanbieter mit unterschiedlichem Zahlungsmitteln), ist eine Tendenz zu „Erst die Ware, dann das Geld“ bzw. komfortablen und sicheren Zahlungsmitteln zu erkennen.

Kreditkarte, Rechnungskauf und PayPal sollten damit in jedem Shop vorhanden sein. Umso erstaunlicher ist es, dass eine Vielzahl von Shops als Top-Zahlmethode die Vorkasse anbieten. Das sollte doch zu denken geben.

Payment Services Provider – Welche Bezahlmethoden gibt es?

Der Markt für Payment Services Provider ist komplex. Anbei eine kleine Auswahl der bekanntesten Payment Anbieter für Onlineshops:

Bezahlanbieter Bezahlmöglichkeit Onlineshop
Allpago Lastschrift, Kreditkarte, Rechnng, (Südamerika) Freeletics, Symantec, Art.com …
Amazon Payment Login mit Amazon Zahldaten Allsaints, Teufel, babyartikel.de, Thomann, …
Billpay Lastschrift, Rechnungskauf, Ratenzahlung (DE, AT, CH, NL) Conrad, DriveNow, Chiemsee, Street One, …
Eps/netpay Sofortüberweisung (Österreich)
ExperCash Lastschrift, Rechnungskauf, Sofortüberweisung Skoobe, Merlin, …
Fashioncheque Gutscheinkarte Takko, Galeria Kaufhof, Hunkemöller, …
FastBill Kreditkarte, Lastschrift Nzz, Händlerbund, Crawl.me, …
Giropay Sofortüberweisung Air Berlin, redcoon, Saturn, Sta Travel, …
Isaac10 Kreditkarte, Lastschrift, Rechnungskauf
Klarna Rechnungskauf, Sofortübeweisung (inkl. Sofortüberweisung.de) Apotheke.at, Wish, druckerzubehoer.de, …
Paydirekt Sofortüberweisung Haribo, Knabbershop, Alternate, …
Paymill Lastschrift, Kreditkarte Doodle, Bragi, Freeletics, Flixbus, …
Paymorrow Lastschrift, Rechnungskauf japanwelt.de, hanseheld.de, atlantis-berlin.de, …
PayPal Plus (inkl. BillSafe)  Kreditkarte, Lastschrift, Rechnungskauf Babymarkt.de, mytoys, brands4friends, …
Paysafecard Guthaben Pin RTL Now, Laola1, hitbox, …
Rate Pay Lastschrift, Rechnungskauf, Ratenzahlung Fashionette, foodist, germanwings, hammer, …
Saferpay / Six Payment Kreditkarte
SepaOne Lastschrift

Ihr habt gute oder schlechte Erfahrungen mit diesen oder anderen Anbieter gemacht? Dann teilt Eure Erfahrung für die anderen Leser im Kommentarbereich.

Was sollten Webshop Betreiber bei Zahlungsmöglichkeiten beachten?

Maximaler Komfort für den Kunden bedeutet in gewisser Weise auch ein erhöhtes Risiko für den Webshop Betreiber. Insbesondere beim Kauf auf Rechnung kann es mit Mahnungen und Inkasso sehr schnell sehr unangenehm werden. Zudem ist der Aufwand für das Eintreiben von Rechnungen oft höher als der Warenwert. Hier gilt es einen passenden Partner zu finden, der einen Forderungsausfall abfedert und das Inkasso übernimmt. Weitere Kriterien sind vor allem technischer Natur bzw. sollten auf Basis von Transaktionsvolumen und Komfort für den User bewertet werden.

Da vernünftige Bezahlmethoden aus Nutzersicht ein signifikanter Conversion-Killer für einen Onlineshop sein könnten, sollte man sich bei dieser Entscheidung unbedingt die Kundenbrille aufsetzen!

Das greift vor allem beim Kauf auf Rechnung. Deutsche Verbraucher reagieren online besonders sensibel auf das Thema Sicherheit (bspw. Datenschutz & Transaktionssicherheit). Eigene Erfahrungen oder Medienberichte haben bei vielen Menschen zu einem Vertrauensverlust beim Online-Shopping geführt. Mit einer bekannten und sicheren Bezahlmethoden und einem Gütesiegel, wie bspw. Trusted Shops oder eKomi, kann man seinen Kunden zeigen, dass Ihr Onlineshop sicher ist. Unabhängig von der Bezahlmöglichkeit, sollten sich Besucher eines Onlineshops bei der Eingabe sensibler Daten (Anschrift, Bankkonto- oder Kreditkartendaten) sicher fühlen! Daher sollte dafür gesorgt werden, dass unbefugte Dritte diese Vorgänge nicht einsehen können. Daher empfehlen auch wir unseren Kunden, sämtliche Transaktionen ihrer Kunden, durch geeignete SSL-Zertifikate abzusichern.

  • Maximaler Komfort  (bspw. Online-Zugriff)
  • Vorhandensein einer technischen Schnittstelle (API) zum vorhandenen Shopsystem
  • Gesicherte Transkationen für Käufer und Verkäufer
  • Schutz vor Zu- bzw. Eingriffen durch Dritte
  • Zertifizierte Sicherheit (bspw. Trusted Shops, eKomi)

Hinweis: Die Realität im Onlineshopping zeigt nicht selten, dass es mit Abwicklung des Bezahlvorganges oftmals nicht getan ist. Denn, wenn der Überweisung scheitert oder gar ausbleibt, weil der Kunden nicht zahlt und somit bereits getätigte Abbuchungen wieder zurückgebucht werden müssen, bieten viele Anbieter zusätzliche Services rund um Ihre Bezahlmethode an.

Anbieter für „Kauf auf Rechnung“

Die Einführung des Kaufs auf Rechnung, hat eine der größten Auswirkungen auf den Kauf- bzw. Bestellprozess. Bei der Auswahl sollten Anbieter neben der Implementierung auch Schnittstellen, Transaktionsvolumen und die Verfügbarkeit in den jeweiligen Märkten beachten. Für den Kauf auf Rechnung, haben sich in den vergangenen Jahren vorallem Klarna, Billpay und Paymorrow hervorgetan. Nicht umsonst bietet daher auch PayPal zumindest in Deutschland mit PayPal Plus den Rechnungskauf nun auch im eigenen System an. Alle Anbieter bieten eine Zahlungsgarantie und übernehmen das Inkasso im Fall eines Zahlungsausfalls.

Dafür werden im Vorfeld bspw. Bonitätsprüfungen durchgeführt oder die Zahlungsmoral von Kunden mit “Schwarzen Listen” abgeglichen, um den potenzielle Nicht-Zahler identifizieren zu können und daraufhin zu entscheiden, welche Bezahlmethode diesem Kunden zur Verfügung gestellt wird. Je nach Barrierelevel der „Bestätigung zur Bonitätsauskunft“ kann dies jedoch auch schnell zu Abbrüchen im Kaufprozess führen. Man sollte daher die Anbieter genau testen. Meist müssen auf Endkundenseite eigene Accounts angelegt werden, was für den Kunden schnell mühsam werden kann. Auch die Raten unterscheiden sich stark. Von 2,80% bis 3,25% + diverse Transaktionsbeträge und Monatsgebühren. Da vernünftige Bezahlmethoden aus Nutzersicht ein signifikanter Conversion-Killer für einen Onlineshop sein könnten, sollte man sich bei dieser Entscheidung unbedingt die Kundenbrille aufsetzen!

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Über den Autor: Roland Lindner

Roland Lindner ist als Digital Consultant mit für den Auf- und Ausbau der Online-Marketing-Strategien (Ecommerce, Digital Analytics, Performance Marketing, PLA & Amazon Optimierung) innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich. Neben Online Marketing ist seine Leidenschaft die Fotografie. (Mail)

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